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American Staffordshire Terrier

 
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Geschichte

 

Im Folgenden werden wir nur einen kurzen Abriss der Geschichte des American Staffordshire Terrier darstellen. Detailliertere Angaben zur Geschichte finden Sie unter anderem in den Büchern: Dr. Fleig, Kampfhunde…wie sie wirklich sind! (1999 Kynos Verlag), 215 ff und Fraser, American Staffordshire Terrier, (1990/91 Kynos Verlag), 55 ff, 27 f.

1.) Namenswirrwarr

Diese Hunderasse hat im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte die verschiedensten Namen getragen - angefangen mit dem Zeitpunkt, als frühe Bulldoggen und Terrier in England miteinander gekreuzt wurden, sowie über ihre weitere Entwicklungsgeschichte in den USA.
In den 1930er Jahren wurde der Name „American Bull Terrier“ dem AKC (= American Kennel Club) zur Genehmigung vorgeschlagen, aber von diesem nicht akzeptiert, da er dem seit 1891 durch den AKC anerkannten englischen Bull Terrier zu sehr ähnelte. Der zweite Name „American Pit Bull Terrier“ wurde ebenfalls verworfen, weil das Wort „Pit“ auf die alten blutigen „Sportarten“ zurückverwies.
Im Jahre 1936 wurde die Rasse unter dem Namen „Staffordshire Terrier“ auf Antrag des „Staffordshire Terrier Club of America“ (STCA) vom AKC anerkannt. Jedoch wurden nicht alle Hunde von ihren Züchtern unter diesem Namen beim AKC eingetragen, sondern sie wurden als „American (Pit) Bull Terrier“  beim UKC (= United Kennel Club) und anderen Vereinen angemeldet.
Als 1974 der AKC die englische Hunderasse „Staffordshire Bull Terrier“ offiziell anerkannte, wurden die Züchter des amerikanischen Rasseverwandten gebeten, einem Namenswechsel zuzustimmen, um Verwechslungen dieser beiden Rassen vorzubeugen. Es wurde das Wörtchen „American“ hinzugefügt. Der nationale Zuchtverein STCA änderte seinen Namen endgültig im Jahre 1988 in American Staffordshire Terrier Club of America (ASTC).
Damit wurde die Verwirrung um den Namen nicht ganz gelöst. Noch heute stellen viele Menschen die Frage, was der Unterschied zwischen dem American Staffordshire Terrier und dem American Pit Bull Terrier ist. An dieser Stelle möchten wir die sehr gut nachvollziehbare Erklärung aus Jacqueline Frasers Buch wörtlich zitieren:
Der American Pit Bull Terrier ist heute von jeder Eintragung durch den AKC ausgeschlossen, auch im Gesamtbereich der FCI wird diese Rasse von keinem Rassezuchtverein anerkannt. In den USA wird jedoch der American Pit Bull Terrier von anderen eintragenden Vereinen anerkannt, an erster Stelle vom UKC, dessen Sitz in Kalamazoo, Michigan liegt (der UKC trägt diese Hunde seit 1898 ein) und durch die American Dog Breeders Association (ADBA) mit Sitz in Utah.
Bis Anfang der 1980er Jahre akzeptierte dieser UKC beim AKC eingetragene Staffordshire, wies sie auf seinen UKC-Papieren unter „American Pit Bull Terrier“ aus. So war es möglich, dass der gleiche Hund einerseits in AKC-Ahnentafeln als American Staffordshire Terrier bestätigt wurde, aber gleichzeitig in diesen UKC-Papieren als American Pit Bull Terrier vorkommt. Man nennt dies doppelte (Dual) Eintragung. Anfang der 1980er Jahre schloss jedoch der UKC seine Papiere vor beim AKC eingetragenen Hunden. Später aber, im Sommer 1983, wurden UKC-Papiere mit neuen Bestimmungen – einschließlich Inspektion – für Hunde mit AKC-Papieren wieder eröffnet.
Fragt man heute nach dem Unterschied zwischen dem American Staffordshire Terrier und dem American Pit Bull Terrier, lautet die einfache Erklärung, dass es sich bis zum Jahre 1936 um die gleiche Rasse handelte, dann die Anerkennung durch den AKC erfolgte. Züchter, die beim AKC ihre Welpen eintragen ließen, benutzten ausschließlich beim AKC eingetragene Zuchttiere. Ihre Hunde wurden innerhalb der Rasse zu einem ausgewählten Schlag, denn über mehr als 50 Jahre haben die beim AKC eintragenden Züchter ihre Zucht nachdrücklich auf übereinstimmenden Körperbau und Wesen ausgerichtet, auch den Gesichtspunkten Bewegung und Stil ihre Aufmerksamkeit gewidmet.
Ab den 1970er Jahren führte der UKC gleichfalls eigene Ausstellungen ein, einige beim UKC eingetragene Hunde sind dementsprechend auch von Ausstellungshunden gezogen. Es gibt sogar ein paar Hunde, die um bei beiden Clubs auf Ausstellungen konkurrieren zu können, sowohl beim AKC wie UKC eingetragen wurden. Dies führt dazu, dass die Unterschiede der Ausstellungshunde noch schwieriger zu durchschauen sind. ….
Ein paar Züchter, die vor der Anerkennung der Rasse durch den AKC über mehrere Jahre ihre Zucht auf UKC-Zuchttieren aufbauten, ließen danach ihre Hunde sowohl beim UKC als American Pit Bull Terrier wie beim AKC als American Staffordshire Terrier eintragen. Sie haben auch noch Zuchttiere, deren Zugehörigkeit zu jeder dieser Rassen nicht bestritten werden kann.
Aber viele der heutigen doppelt registrierten Hunde wurden in den 1970er Jahren nur deshalb beim UKC eingetragen, um auf UKC-Ausstellungen zugelassen zu sein. Diese Tiere sind in Wirklichkeit ganz einfach beim AKC eingetragene Hunde, die zufälligerweise noch außerdem UKC-Papiere haben.
Der AKC ist nicht bereit, Hunde aus Vorfahren einzutragen, die nur beim UKC oder ADBA eingetragen sind. Für AKC-Ahnentafeln kommt heute nur ein Hund in Frage, dessen beide Elterntiere nachweislich die Voraussetzung für Eintragung beim AKC haben. Deshalb ist ein heute in den USA geborener Junghund entweder von Geburt an zur Eintragung als American Staffordshire Terrier berechtigt, oder er wird nie AKC-Papiere erhalten können.“*
Warum diese Unterscheidung zwischen AKC und UKC Hunden so wichtig ist, werden Sie beim geschichtlichen Abriss sehen.

2.) Geschichte

Anfang des 19. Jahrhunderts kamen die sogenannten „Bull and Terrier“ in Mode. Wie die Bezeichnung schon darauf hindeutet, wurden Bulldoggen mit Terriern gekreuzt, um die Schnelligkeit und Tapferkeit des Terriers mit Mut und Kampfinstinkt des Bulldogs zu vereinen. Das Ergebnis war ein unerschrockener Kämpfer in der Hundekampfarena. Es gibt keine genauen Aufzeichnungen darüber, welche Terrier tatsächlich verwendet wurden, aber man kann annehmen, dass verschiedene Terrierarten erprobt wurden.
Als 1835 in Groß Britannien der Humane Act erlassen wurde, welcher alle öffentlich angekündigten, blutigen Veranstaltungen, wie Bull-Baiting, Bear-Baiting und Hundekämpfe verbot, wurden illegale „blood sports“ wie Hundekampf und Hahnenkampf populärer. Diese konnten heimlich in Hinterzimmern und Kellern der Pubs ausgetragen werden. In den einzelnen Ländern des damaligen Groß Britanniens entstanden eigene Zuchten von Bull-and-Terriern. Vor allem Irland war für seine vorzüglichen Kampfhunde bekannt, aber auch in der Grafschaft Staffordshire, welche dem heutigen Staffordshire Bull Terrier den Namen gab, wurde dieser Hundeschlag sorgfältig gezüchtet.
Auf Grund der damaligen miserablen sozialen Verhältnisse, sind viele Bewohner Groß Britanniens und Irlands in die USA ausgewandert. Dadurch verließen sie auch den Bereich des gesetzlichen Verbotes der Hundekämpfe und haben sich wieder in ihrer neuen Heimat dieser blutigen Volksbelustigung zugewandt. Sie züchteten weiter und importierten aus England und Irland Kampfhunde, die bereits über viele Generationen für den Kampf gezüchtet wurden. 
Während die Besitzer der Kampfhunde auf die Abstammung ihrer Zuchthunde achteten, begannen viele von ihnen ihre Hunde vom UKC in Michigan eintragen zu lassen, wo sie ab 1898 als „American (Pit) Bull Terrier“ geführt wurden. Die Aufgabe dieses Clubs war es einerseits ein Zuchtregister zu führen und andererseits verbindliche Wettkampfregeln für Hundekämpfe zu erlassen, an die alle UKC-Mitglieder gebunden waren.
Es gab aber auch Einwanderer, die ihre Hunde für praktische Zwecke einsetzten. So spielten Stafs auf amerikanischen Farmen eine eigene Rolle. Eine ihrer Hauptaufgaben war der Schutz auf der Farm lebender Tiere vor Eindringlingen wie Schlangen, Ratten, Bären, Wölfen und Kojoten. Zusätzlich halfen sie ihren Herren, die Herden zu hüten. Man nimmt an, dass die Siedler immer größere Partner unter Wahrung aller geistigen und körperlichen Eigenschaften für die Zucht auswählten, damit diese bessere Chancen gegen Wölfe und Kojoten haben. Das dürfte die Hauptrolle dafür gewesen sein, dass sich der amerikanische Stafford in seiner Größe immer mehr von den originalen englischen und irischen Importen unterschied.
Ab etwa 1930 bemühten sich die amerikanischen Züchter um eine Anerkennung der Rasse durch den AKC. Am 23.05.1936 wurde der STCA gegründet und am 10.06.1936 wurde der Rassestandard der amerikanischen Staffords vom AKC offiziell anerkannt und dadurch wurden auch die AKC Ausstellungen für die Züchter geöffnet. Obwohl sich die Mitgliedschaft im STCA und die Teilnahme oder auch nur Förderung der Hundekämpfe gegenseitig ausschlossen, waren nicht alle Besitzer und Züchter, der beim AKC eingetragenen Hunde gegen den Hundekampf eingestellt. Daher zögerten viele Anhänger sich dem STCA überhaupt anzuschließen.
Unter dem dritten STCA Präsidenten William M. Whitaker, der von 1948 bis 1964 dem Club vorstand, wurden bekannte Hundekämpfer aus dem Club ausgeschlossen. Außerdem arbeitete der Delegierte beim AKC, I.N. Stinson,  daran den Kennel Club davon zu überzeugen, das Zuchtregister für eingetragene Hunde zu eröffnen.
Als der AKC 1936 sein Register für Staffordshire Terrier eröffnete, ließen viele Züchter gute Hunde aus den verschiedensten Beweggründen nicht eintragen. Bis zum Jahre 1963 war es jedoch gestattet auf AKC-Ausstellungen auch reinrassige Hunde auszustellen, die nicht zuvor beim AKC registriert waren. Diese sogenannten „listed dogs“ konnten sogar ein Championat gewinnen, aber die Nachkommenschaft wurde trotzdem nicht beim AKC eingetragen. Einige der Spitzengewinner mit erwünschter Blutführung hatten keine AKC-Eintragungsnummer, weshalb man sie für die Zucht von AKC-Welpen nicht einsetzen konnte. Daher bemühte sich Mr. Stinson zwischen 1956 und 1960 das Zuchtbuch für diese „listed dogs“ vom AKC öffnen zu lassen. Im Februar 1960 genehmigte der AKC für den Zeitraum von Feb. 1960 bis Feb. 1963, dass qualifizierte Würfe ins AKC Register eingetragen werden können, aber keine Einzelhunde. Es durften nur zuchtwertvolle „listed staffs“ als Elterntiere eingesetzt werden, welche in den drei eingereichten Generationen Ahnentafeln zumindest einen beim AKC eingetragenen Hund aufgeführt haben mussten und zumindest einen Hauptgewinn erzielt haben mussten.
Das war nur ein kurzer Einblick in die Geschichte des American Staffordshire Terriers. Detailliertere Angaben zur Entwicklung der bullartigen Terrier können den bereits am Anfang erwähnten Büchern entnommen werden.


* Fraser, American Staffordshire Terrier, 27 f.

 

 
 
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