amstaff

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Wesen & Charakter

 

Die Persönlichkeit eines Hundes ist von Hund zu Hund verschieden, es gibt jedoch gewisse Wesensmerkmale, welche für diese Rasse typisch sind.
Sowohl Amstaff Rüde als auch Hündin sind sehr selbstbewusste Hunde. Auf der Straße gehen sie selbstsicher, fast arrogant, an anderen Hunden vorbei. Als guter und verantwortungsvoller Besitzer, sollte man aber nie vergessen, wofür diese Rasse ursprünglich gezüchtet wurde. Das bedeutet, dass der Amstaff zwar nie selbst den Ärger anfangen wird, wird er allerdings von einem anderen Hund herausgefordert, ist er sofort kampfbereit. Aus diesem Grund lassen wir unsere Hunde fast nie ohne Leine laufen und wenn wir sie frei laufen lassen, dann immer mit einem Maulkorb. Die Kommunikation zwischen Hunden ereignet sich manchmal innerhalb von Sekunden, welche entscheidend sind, ob es um Freundschaft oder Feindschaft zwischen zwei fremden Hunden geht. Das heißt nicht, dass unsere Hunde aggressiv sind, aber uns ist es sehr wohl bewusst, welches Potential diese Hunderasse hat und auf diese Weise möchten wir negative Zwischenfälle vermeiden. Egal welcher Hund den Streit angefangen hat, der Sündenbock wird immer der „böse Kampfhund“ sein!
Außerdem zeigt der Amstaff gegenüber territorialen Ansprüchen anderer Hunde wenig Respekt. Er scheint vielmehr zu glauben, dass das Grundstück, das er betritt, ihm gehört. Das hat den Vorteil, dass sich der Amstaff überall zu Hause fühlt, aber auch den Nachteil, dass es dadurch mit den zum Grundstück dazugehörenden Hund zum Streit kommen kann.
Die Rasse ist gegenüber Menschen sehr freundlich. Freunde der Familie und freundliche Fremde werden wie echte Familienmitglieder stürmisch begrüßt, indem der Amstaff den Besucher von oben bis unten ableckt, anspringt und ungeduldig seine Streicheleinheiten fordert. Zu Kindern ist die Rasse gutartig, da sie gerne toben und spielen. In der Regel ertragen sie jede Zudringlichkeit von Kindern, ohne die Miene zu verziehen. Wird es ihnen zu viel, gehen sie weg und schlafen. Man sollte nur aufpassen, dass der Amstaff im Spiel ein kleines Kind nicht aus versehen umwirft.
Sie sind unersättlich in Ziehspielen, egal ob mit Seil oder einem alten zerfetzen Ball, Fangen und Apportieren von Bällen und Stöckchen finden sie ebenfalls klasse. Man muss nur beachten, dass handelsübliches Spielzeug einem Amstaff nicht standhaltet. Durch ihre wilde Art zerstören sie nahezu jeden Ball, jedes Seil, jeden Spielknochen. Daher sollte man ihnen am besten nur Spielzeuge aus Hartgummi kaufen, da diese am meisten „aushalten“.
Im täglichen Umgang mit dem Amstaff würde sein Besitzer nie auf die Idee kommen, dass sein liebenswerter Hund das Haus vor Eindringlingen effizient schützen würde. Es zeigt sich aber, dass er suspekte Fremde energisch stoppt und sie keinen Schritt weitergehen lässt. Ab einem Alter von ca. 10 Monaten, das ist aber von Hund zu Hund verschieden, zeigt der Amstaff seinen Schutzinstinkt, indem er bspw. auf die Türklingel reagiert. Daher ist ein Wachhundetraining oder eine Schutzhundausbildung bei dieser Rasse nicht empfehlenswert, da der Amstaff von Natur aus ein guter Wachhund ist.
Es ist bei dieser Rasse sehr selten, dass schlechtes Wesen bei einem Hund ererbt ist. Auf Grund von inkompetenter und schlechter Umgebung ist es aber unglücklicherweise möglich, dass der Hund ein schlechtes Wesen entwickelt. Manche kaufen einen selbstbewussten Welpen, welcher durch fehlende Geduld und zu harte Disziplin (Prügel), zu einem nervösen, ängstlichen und umherkriechenden Junghund wird, einem potentiellen Angstbeißer. Andere Individuen finden überaggressive Hunde toll. Sie finden wahrscheinlich eine Art Selbstbestätigung darin, den Hund auf Aggression abzurichten. Da der Amstaff immer bemüht ist seinem Besitzer zu gefallen, wird er schnell genauso aggressiv, wie sich sein Besitzer dies wünscht.
Diese Rasse ist sehr Intelligent, man könnte fast sagen, dass sie über ein Denkvermögen verfügen. Sie lernen schnell und sind sehr aufnahmefähig, was für die verschiedensten Hundesportarten von Vorteil ist. Manchmal überkommt sie aber ein Anflug von Dickköpfigkeit und sie machen Dinge, die ihnen zwar Freude bereiten, für den Menschen aber eher unangenehm sind. Unsere Hündin Joy bspw. wollte und konnte nie einsehen, warum sie 15 min lang bei der BGH 1 Freifolge alleine 20 Schritte entfernt von mir liegen soll, wenn sie doch gleich neben mir auch „Platz“ gehen kann. Will der Amstaff etwas nicht machen, dann darf man ihn auf keinen Fall dazu zwingen, vor allem nicht mit Prügel. Man muss sich auf das Spiel einlassen und ihm zeigen, dass man noch viel sturer und dickköpfiger ist als er. Man sollte geduldig und ruhig von ihm fordern, bis er aufgibt und es einsieht, dass sein Mensch ein noch größerer Dickschädel ist. Mit wildem Geschrei und harten Methoden kommt man bei der Erziehung eines Amstaffs nicht weit, außer dass man einen ängstlichen oder aggressiven Hund erschafft. Will man dem Welpen bspw. „Sitz“ beibringen und haltet man ihm das Leckerli über dem Kopf, der Welpe aber springt und tobt und macht einfach nicht das, was man möchte, dann sollte man eine Pause machen und es von vorne beginnen. Ruhe und Geduld sind die wichtigsten Wesensmerkmale für einen Menschen, der einen Hund erziehen möchte.

Abschließend möchten wir noch anmerken, dass die Haltung eines American Staffordshire Terriers mit Verantwortung verbunden ist. Die Rasse sollte zum Lebensstil eines Menschen passen, und wenn es so ist, dann wird man großer Freude an diesem Hund haben. Der Amstaff hat ein Hundegesicht, dass unzählige Mimiken aufweist, manche Hunde scheinen sogar die ganze Zeit zu lachen. Sie sind verspielte Clowns in der einen Sekunde und in der anderen strotzen sie vor Kraft und Eleganz – Lebensfreude pur. Sie eignen sich sowohl für das Leben in der Stadt als auch auf dem Land. „Das einzige, das sein Herz, sein Wesen bricht, ist fehlende Zuneigung und Liebe seines Herren.“ (Jaqueline Fraser)


   

 

 

 

 

 

 
 
 
    Webmaster: Alina Geishofer, Amon Sul Kennel